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Veröffentlicht am 08.03.2018  Geschrieben von Eike Ostendorf-Servissoglou und Clemens Matthias Weegmann

Qualitätsmanagement: Ein fortlaufender Prozess

Der Träger Konzept-e hat für seine 40 Kitas ein eigenes System zur Qualitätssicherung entwickelt. Unter anderem besuchen sich die Leitungskräfte gegenseitig und geben den Teams Feedback.
Jede Kita benötigt eine pädagogische Konzeption. Doch ob die Pädagogik im Kita-Alltag den pädagogischen Grundsätzen des Konzepts entspricht, ist fraglich. Oft arbei­ten diejenigen, die die Konzeption formulierten, nicht mehr in der Kita. Neue Kräfte bringen neue Ideen ein. Dadurch entwickelt sich schnell eine Handlungspraxis, die sich immer weiter von den ursprünglichen pädagogischen Ideen entfernt. Die päda­gogische Qualität könnte darunter leiden. Deswegen sind Maßnahmen nötig, um die Veränderungen sichtbar zu machen und die Praxis wieder an die Leitlinien anzu­passen. Die Abweichungen könnten sich aber auch positiv auswirken – schließlich entwickelt sich Kita-Pädagogik weiter. In diesem Fall wäre es wichtig, die Konzeption zu diskutieren.
 
Das heißt: Kitas benötigen einen standardisierten Prozess, um das Konzept in der Praxis umzusetzen und die pädagogischen Leitlinien zu gewährleisten. Zu einer solchen Qualitätssicherung sind Kitas gesetzlich verpflichtet. Bundesgesetze und Bildungs- bezie­hungsweise Orientierungspläne der Länder verpflichten die Kitas, Qualität durch geeignete Instrumente und Verfahren sicherzustellen und zu fördern.
 
Bei dem Träger Konzept-e arbeiten alle 40 Kindertagesstätten nach dem gleichen
pädagogischen Konzept „element-i“. Der Träger hat alle Prozesse wie beispielsweise den Ablauf einer Kinderkonferenz im Kita-Tagesablauf beschrieben und in einem Qualitätsmanagement-Handbuch nach DIN-Normen, also standardisierten Abläufen, festgehalten. Das Qualitätsmanagement-Handbuch ist konkreter als die pädagogische Konzeption. Es macht anschaulich, was es bedeutet, die Leitlinien der Konzeption im Alltag umzusetzen.
 
Auf dem richtigen Weg?
Doch ein solches Handbuch alleine reicht nicht, um die Fachkräfte in die Lage zu versetzen, den Alltag nach der Konzeption zu gestalten. Wenn eine pädagogische Fachkraft neu in die Kita kommt, muss sie mit dem Konzept vertraut gemacht werden. Eine erfahrene Fachkraft kann die neue Kollegin anleiten. Es ist außerdem sinnvoll, wenn die Fachkräfte regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen, um die pädagogische Haltung immer wieder zu festigen und weiterzuentwickeln. Pädagogisches Handeln ist intuitiv und geht spontan auf aktuelle Situationen ein.
 
Und trotzdem: Alltagspraxen in den Kitas verändern sich. Ob sie noch mit Standards übereinstimmen, sollte die Kita-Leitung regelmäßig kontrollieren. In den element-i Einrichtungen führen die Mitarbeiter Audits durch: Zwei Leitungskräfte aus anderen Kitas kommen und begleiten den Ablauf dort einen ganzen Tag lang. Mit einem Kriterienkatalog bewerten sie, wie die Fachkräfte den Tag gestalten und wie sie mit Kindern, Eltern und im Team kommunizieren. Am Abend erhalten Kita-Leitung und -Team direkt ein Feedback. Erkenntnisse aus diesen Audits, aus Fortbildungen oder von Neuerungen in der pädagogischen Wissenschaft machen es immer wieder nötig, das Qualitätsmanagement-Handbuch anzupassen. Das Handbuch sollte für alle in elektronischer Form zugänglich sein. Das hat zwei wesentliche Vorteile: Alle arbeiten immer mit der aktuellsten Text-Version. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Kommentare und Vorschläge zu senden, und sich damit unkompliziert an der Diskussion um die Weiterentwicklung des Handbuchs zu beteiligen.
 
Ein solches Qualitätsmanagementsystem trägt dazu bei, eigene Standards einzuhalten und diese, wenn nötig, weiterzuentwickeln. Eltern können sich sicher sein, dass
das, was sie in der Konzeption lesen auch umgesetzt wird. Die Kinder profitieren von
Fachkräften, die sich immer wieder mit der Qualität ihrer Arbeit auseinandersetzen
und sich weiterentwickeln. So bieten sie Kindern die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ihr Aufwachsen.
 
Mehr Informationen zu dem Qualitätsmanagementsystem auf:
www.konzept-e.de


Foto: wavebreakmedia / Shutterstock

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