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Veröffentlicht am 30.05.2018  Geschrieben von Gabriela Falkenberg-Gruges

Kindgerecht die Reaktionsfähigkeit schulen

Ein gutes Reaktionsvermögen ist in vielen Alltagssituationen nützlich. Daher kann man nicht früh genug anfangen, die Reaktionsfähigkeit zu trainieren. Einfache Bewegungsspiele in der Kita eignen sich prima, um schon bei den Kleinen die Nervenleitungen für schnelles Reagieren zu bahnen.
Das Telefon läutet, und Anne saust blitzschnell zum Apparat. Sie ist schon vor dem zweiten Läuten da. Ihre Schwester lässt es langsam angehen, horcht auf, blickt sich suchend um und marschiert erst in die richtige Richtung, als Anne schon zum Hörer greifen will. Ihre Reaktionsfähigkeit scheint, im Gegensatz zu der von Anne, viel schwächer ausgeprägt zu sein.

Unsere Reaktion wird in alltäglichen Situationen oft in Anspruch genommen, und wir wissen auch, dass zwischen dem Reiz und unseren Aktionen darauf einige Zeit vergeht. Die Dauer der Reaktionszeit ist von der Art des Reizes, seiner Intensität und Länge abhängig. Auf taktile Reize können wir am schnellsten
reagieren (denken wir nur an die heiße Herdplatte oder an den Sprung aus der Dusche, wenn unerwartet nur eiskaltes Wasser unseren Körper trifft).

Schneller als bei visuellen Wahrnehmungen können wir bei akustischen Signalen handeln. Wichtig ist zudem, welche Reaktion erwartet wird. So sind die Hände eher zu aktivieren als die Füße, und es
geht schneller, nur eine Hand zu bewegen, als den ganzen Körper.

Die Reaktionsfähigkeit zeigt sich jedoch nicht nur in der Schnelligkeit, auf ein Signal zu handeln, sondern auch in der Zweckmäßigkeit der Handlung. Es muss zum (zweckmäßigen) richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Geschwindigkeit und dem entsprechenden Kraftmaß reagiert werden. Es hätte Anne nichts genützt loszusausen, wenn sie nicht genau gewusst hätte, wo das Telefon steht.

Für den Elementarbereich ist die zweckmäßige, den Aufgaben angemessene Reaktion wichtig. Die Reaktionsspiele sollten diesen Aspekt in den Vordergrund stellen, da so die Nervenleitungen für das schnelle Reagieren gebahnt werden können. Ein gezieltes Üben schneller Reaktionen zeigt in dieser Altersstufe – entwicklungsbedingt – jedoch noch wenig Erfolge.



Mehr dazu gibt es in:
Dr. Gabriela Falkenberg-Gurges
Gefühl bis in die Fingerspitzen. Körpererfahrung in Kindergruppen
Burckhardthaus-Laetare, 2013




Foto: Diego Cervo/Shutterstock.com

 

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Probiert diese Woche in der Kita doch mal zwei kleine Spielideen aus, die nicht nur Spaß machen, sondern auch die Reaktionsfähigkeit fördern.