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Für die Praxis › Kita digital
Veröffentlicht am 30.09.2017  Geschrieben von Thomas Beck

Klein, bunt, mobil: Apps für Kinder

Auch für Kinder werden vermehrt Inhalte für Tablet-PC und Smartphones angeboten. Doch ist der Nachwuchs überhaupt schon reif dafür? Und wie erkennt man kindgerechte Inhalte? Was Eltern und Erzieher über mobile Medien wissen sollten.

Wo liegt die Faszination?

Digitale Angebote für Kinder liegen im Trend. Viele Verlage bieten bereits entsprechende Programme an mit Features wie Animationen, Geräuschen, Spielen, Rätsel und Puzzles. So üben Tablets oft schon auf die Jüngsten eine große Faszination aus, zumal sie mit intuitiven Handbewegungen leicht bedienbar sind.

Welches Alter ist geeignet?

Der Medienratgeber „SCHAU HIN!" empfiehlt, dass Kinder nicht zu früh mobile Medien nutzen. Kinder unter drei Jahren sollten noch kein mobiles Gerät in die Hand bekommen, da die schnellen und oft lauten Anwendungen sie überfordern können. In diesem Alter ist es wichtiger, erst einmal die reale Welt zu erkunden.

Welche Apps sind kindgerecht?

Für Kindergarten- und Schulkinder gibt es eine große Auswahl an Lern- und Spiele-Apps, die altersgerecht aufbereitet sind und spielerisch beim Lesen, Schreiben oder Rechnen unterstützen. Achten Sie stets auf die Altersangaben im App-Store und testen Sie die Anwendungen selbst auf ihre Tauglichkeit. Nehmen Sie sich Zeit, um gemeinsam mit den Kindern zu spielen und sich ein eigenes Bild von den Programmen zu machen. Gute Apps für Kinder sind einfach aufgebaut, wirken nicht überladen, sind werbefrei und haben einen Lerneffekt. Wichtig ist eine einfache Bedienbarkeit und selbsterklärende Navigation etwa über Symbole oder eine gesprochene Anleitung. Positiv ist auch eine Übersicht über die einzelnen Seiten, die man gezielt anwählen kann. Bei Kinderbuch-Apps sollten die spielerischen Elemente den Inhalt vertiefen und anschaulich vermitteln, aber nicht zu sehr ablenken und ständig aus der Geschichte herausführen. Die App verfügt am besten über eine an- und abschaltbare, leicht verständliche Erzählstimme und erlaubt auch die Aufnahme der eigenen Stimme zu machen. So können Kinder und Eltern auch einmal selbst zu den Bildern erzählen und ihr eigenes Vorlesebuch erstellen.

Wie mache ich ein Gerät kindersicher?

Wenn Ihr Kind Ihr eigenes Smartphone oder Tablet nutzt, sollten Sie Ihr Kind nicht für längere Zeit unbeaufsichtigt lassen, Sicherheitseinstellungen aktivieren und Jugendschutz-Apps nutzen. Grundsätzlich ist die Installation von Apps Aufgabe der Eltern. So können Sie vermeiden, dass das Kind Apps und Internetseiten öffnet, die nicht geeignet sind. App-Shops sind für Kinder ungeeignet, da sie mit Angeboten konfrontiert werden, deren Inhalte sie beeinträchtigen können. Bei den technischen Einstellungen für iPhones lassen sich Programmm-Downloads nach Alter des Kindes einstellen, dafür unter Systemeinstellungen/Allgemein/Einschränkungen/Apps, die Altersgruppe des Kindes auswählen (4+, 9+, 12+ und 17+ Jahre). Neben den Einstellungen für Android-Smartphones und Einstellungen für Android-Tablets bietet Google im Appstore „Google Play" unter Einstellungen einen Filter für Apps an. Eine aktive Medienerziehung unterstützten auch Jugendschutz-Apps.

Wie lange dürfen Kinder?

Wie bei allen anderen digitalen Medien gilt folgende Faustregel: Kinder bis fünf Jahre sollten nicht länger als eine halbe Stunde, bis neun Jahre höchstens eine Stunde täglich vor dem Bildschirm verbringen – ob TV, Games oder Internet. Ältere Kinder ab zehn Jahren können auch mit den Eltern ein bestimmtes Wochenkontingent von etwa neun Stunden vereinbaren, dass sich diese dann zunehmend selbstständig einteilen. Bei Apps gilt wie bei (Bilder-)Büchern: Kinder lieben es, über ihre Lese-Erlebnisse zu reden! Hierfür ist es wichtig, dass Eltern dafür Raum bieten und auch andere Aktivitäten ihren festen Platz im Familienalltag haben. Denn eine App kann das Spielen im Garten und auf dem Spielplatz, Treffen mit Freunden oder das gemeinsame (Vor-)Lesen eines Buches nicht ersetzen.

Wo finde ich gute Apps?

Gute Kinder-Apps bieten zum Beispiel Schau hin! zusammen mit klick-tipps.net und Stiftung Lesen. Eine gute Orientierung sind auch Kindersoftwarepreise wie Tommi, Giga MAus oder der Deutsche Computerspielpreis.



Diese und viele weitere Tipps rund um das Thema Medienerziehung gibt es auf schau-hin.info.



Foto: Goodluz / shutterstock.com
 



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